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Die Concorde-Illusion

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Die Concorde war das wohl bekannteste Überschall-Passagierflugzeug der Welt – ein ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt Großbritanniens und Frankreichs. Sie verkürzte die ursprünglich siebenstündige Reise von Paris nach New York auf nur drei Stunden und 45 Minuten. Allerdings gab es schon zu Beginn der Entwicklung schwere Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit: exorbitante Entwicklungskosten, hoher Treibstoffverbrauch, eine geringe Kapazität von nur etwa 100 Passagieren sowie eine erhebliche Lärm- und Umweltbelastung.

Trotzdem setzten Großbritannien und Frankreich das Projekt fort – getrieben von Nationalstolz und den bereits getätigten enormen Investitionen. Das Ergebnis entsprach genau den Befürchtungen: Die Concorde litt unter chronischen Unrentabilitätsproblemen, wurde schließlich außer Dienst gestellt und ist heute nur noch im Museum zu bewundern. Aus diesem historischen Präzedenzfall entstand der Begriff „Concorde-Effekt“. Er beschreibt das Phänomen, dass Menschen selbst bei der Einsicht, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, aus Furcht vor dem Verlust bereits investierter Zeit, Mühe und Mittel stur am Kurs festhalten – bis die bitteren Konsequenzen unvermeidbar werden.

Wenn alle Zeichen auf Sturm stehen und jede Hoffnung schwindet – gehört nicht gerade dann der wahre Mut dazu, einen verfehlten Weg radikal zu verlassen, um den Boden für eine bessere Entscheidung zu bereiten?

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