Trost durch ein einziges Wort

Alle koreanischen Familienmitglieder, die zusammen mit mir in Russland das Evangelium verkündet haben, sind nun zurückgekehrt. Als ich die gemeinsame Wohnung, in der ich mit ihnen gewohnt hatte, aufräumte und umzog, gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Plötzlich überkamen mich ein Gefühl der Einsamkeit und die Sorge, ob ich allein mit allem zurechtkommen könnte.
Am Tag der Abreise der Mitglieder aus Korea rief mich eine ortsansässige Gläubige an. Sie fragte mich, ob sie am Abend bei mir vorbeikommen könne. Wir aßen zusammen zu Abend und unterhielten uns so angeregt, dass die Zeit wie im Fluge verging. Ich spürte die Liebe der Mutter in ihrer unerwarteten Fürsorge – sie hatte sich extra die Mühe gemacht, mich zu besuchen, weil sie ahnte, dass ich mich im plötzlichen Alleinsein kraftlos und überwältigt fühlen könnte. Es fühlte sich an, als hätte ich Gottes Trost erfahren: „Du bist nie allein. Du machst das gut, und du wirst es schaffen.“
Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf von einem anderen Familienmitglied: „Liebe Schwester, geht es dir gut?“
Am übernächsten Tag telefonierte noch ein weiteres Familienmitglied mit mir: „Liebe Schwester, alles in Ordnung, zumal du mutterseelenallein bist?“
Durch diese Erfahrung wurde mir in aller Deutlichkeit bewusst, dass ein einziges, kleines Wort Trost, Inspiration, Rührung und Kraft spenden kann.