Wahrer Reichtum

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Einst besuchte ein Mann das Haus eines armen Freundes. Das alte Haus war zugig, und selbst die sanfte Frühlingsbrise fühlte sich drinnen kalt an. Im kleinen Kühlschrank war nur noch ein wenig Milch. Um seinen Gast zu bewirten, wärmte der mittellose Freund die Milch und bot sie ihm an. 

Da klopfte es an der Tür. „Ich bin so hungrig! Könnten Sie mir etwas zu essen abgeben?“ Ohne die Tür zu öffnen, schrie ihn der Gast an: „Was wollen Sie denn schon aus diesem Haus herausholen? Kommen Sie nie wieder zu meinem Freund, der arm wie eine Kirchenmaus ist!“ Doch der Gastgeber stand schnell auf, öffnete die Tür sperrangelweit und reichte dem Bettler die Milch, die er selbst gerade trinken wollte. Dankbar trank der Bettler bis auf den letzten Tropfen leer und ging seines Weges. 

Der einkommensschwache Gastgeber wandte sich wieder seinem Gast zu und sagte leise zu ihm: „Du hast gerade versucht, mir mein Glück zu nehmen. Weißt du, wie schön es ist, geben zu können? Wahrer Reichtum ist das Glück, das man empfindet, wenn man etwas mit anderen teilt.“

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