Wissen jenseits der Worte

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Es gibt zwei Arten von Wissen: ein Wissen, das sich in Worte fassen lässt, und ein anderes, das sich nicht in Sprache ausdrücken lässt. Das erste nennt man explizites Wissen, das zweite implizites Wissen. Implizites Wissen ist wie der riesige Teil eines Eisbergs, der unter der Wasseroberfläche verborgen liegt – etwas, das man kaum beschreiben, sondern nur durch Erfahrung tiefgründig verstehen kann.

Um beispielsweise Autofahren zu lernen, reicht es nicht, ein Fahrschulbuch zu lesen; man muss sich tatsächlich ans Steuer setzen. Um eine Mahlzeit zu kochen, genügt bei Weitem nicht nur ein flüchtiger Blick auf ein Rezept; man muss sie selbst zubereiten. Dieses ganz besondere Gefühl, die Fertigkeit und das Fachwissen, die man durch praktische Erfahrung erwirbt, fallen unter die Kategorie des impliziten Wissens.

Auch Liebe kann meiner Meinung nach eine Form von implizitem Wissen sein. Es heißt nicht umsonst: „Du weißt erst, wie viel du deinen eigenen Eltern verdankst, wenn du selbst ein Kind hast.“ Erst wenn man selbst ein Kind großgezogen hat, kann man die Tiefe ihrer Mühe, ihrer Opfer und ihrer Liebe überhaupt ansatzweise erahnen.

Warum rufen Sie Ihre Eltern heute nicht kurz an? Selbst nach all der Liebe, die sich kaum in Worte fassen lässt, werden sie schon über ein einfaches „Dankeschön“ zutiefst gerührt sein.

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