Die Versetzung des Berges durch einen Alten

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Es gibt im Ostasiatischen die Redewendung „Ugongyisan (愚公移山)“, was übersetzt bedeutet: „Der törichte Alte versetzt Berge“.

Es war einmal ein alter Mann namens Yugong („Der törichte Alte“). Da zwei mächtige Berge den Weg versperrten und das Reisen beschwerlich machten, beschloss er, sie gemeinsam mit seiner Familie abzutragen. In der festen Überzeugung, dass eines Tages ein Weg entstehen würde, wenn seine Nachkommen das Werk auch nach seinem Tod fortführten, zerschlug er unermüdlich Steine und grub die Erde aus. Der Legende nach war der Himmelsgott von Yugongs Aufrichtigkeit, Entschlossenheit und Unerschütterlichkeit so tief berührt, dass er die Berge schließlich für ihn an einen anderen Ort versetzte.

In Indien gab es einen Mann, dessen Geschichte eine verblüffende Ähnlichkeit mit dieser Parabel aufweist: Dashrath Manjhi (1934–2007), bekannt als der „Bergmann“. Als seine schwer verunglückte Frau auf dem langen Weg um das Gebirge herum verstarb, bevor sie das Krankenhaus erreichen konnte, fasste er einen Entschluss: Er wollte den Fels abtragen, damit seinen Nachbarn nicht dasselbe Schicksal widerfahre.

In 22-jähriger Einzelarbeit – nur mit Hammer und Meißel bewaffnet – schlug er zum Gedenken an seine Frau schließlich einen 110 Meter langen Pfad durch den Fels. Dadurch verkürzte sich die Entfernung vom Dorf zum nächstgelegenen Krankenhaus von 55 auf 15 Kilometer.

Obwohl Dashrath Manjhi nicht mehr unter uns weilt, erleichtert die Straße, die er aus Liebe zu seiner Frau und seinen Mitmenschen erbaute, bis heute unzähligen Menschen das Leben.

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