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Bedingunsloser Erlass

Elias Américo Massicame aus Maputo in Mosambik

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In der Buchhaltung und im Finanzsektor geht es oft um Schulden. Eine Schuld ist ein Darlehensbetrag plus Zinsen, und die Schuldzinsen werden zu einem Zinssatz berechnet, der an eine bestimmte Zeit gebunden ist. Wenn eine Person hohe Schulden hat, die sie nicht zurückzahlen kann, gibt es eine Möglichkeit, ihre persönliche Wirtschaftstätigkeit wiederherzustellen. Das ist der Schuldenerlass [Annullierung]. Der Schuldner zahlt nur einen bestimmten Betrag und der Rest der Schulden wird ihm erlassen. Dadurch verliert der Gläubiger den Betrag, der erlassen wird, weil er nicht zurückgezahlt wird.

Natürlich gibt es viele komplexe Voraussetzungen, damit einem Schuldner die Schulden erlassen werden können, und es kann sein, dass seinem Antrag nicht stattgegeben wird, weil er ein Gericht durchläuft und das Gericht die Entscheidung über den Erlass unter Berücksichtigung der Haltung des Schuldners aufrechterhält. Es ist schwierig, einen Schuldenerlass zu erhalten, aber für den Schuldner ist es der einzige Ausweg. Ein ähnliches System findet sich auch in der Bibel.

arum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. 24Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. 25Da er’s nun nicht bezahlen konnte, … Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch.Mt 18,23–27

Selbst wenn ein Teil der Schulden erlassen wird, ist dies ein Verlust für den Gläubiger. Wenn alles vergeben wird, muss das für den Gläubiger einen großen Schaden bedeuten. Wer auf Erden wird das zulassen?

Jesus lehrte uns durch das Gleichnis den geistlichen Erlass – die Vergebung der Sünden. In dieser Welt wird ein Teil der Schulden oder die Zinsen des ursprünglichen Betrags vergeben, aber im himmlischen System wird die Strafe der Sünder vergeben. Da es sich bei dem Gegenstand der Vergebung nicht um Güter, sondern um Sünden handelt, wird sich dies für den Gläubiger ethisch sehr nachteilig auswirken.

Die Bibel bezeugt, dass die Menschheit im Himmel gegen Gott gesündigt hat, und der Lohn der Sünde ist der Tod (Röm 6,23). Mit anderen Worten: Erst wenn wir sterben, werden unsere Sünden verschwinden. Doch selbst wenn wir durch unseren Tod von unserer Sünde frei werden, ist das bedeutungslos, weil wir dann nicht mehr existieren. Wir sind nicht in der Lage, unsere Sünden zu tragen.

Aber Gott vergibt uns all unsere Sünden, wie der König im Gleichnis, der uns eine riesige Schuld von zehntausend Talenten vergab. Wenn alle unsere Sünden durch bedingungslosen Erlass vergeben sind, bedeutet das, dass es für Gott, das Opfer unserer Sünden, keine Belohnung gibt. Trotzdem hat Gott für all unsere Sünden durch das Blut des neuen Bundes bezahlt. Das bedeutet, dass Gott für uns, die wir vom ewigen Tod bedroht sind, den Platz des Schuldners einnehmen wird. Gott, der weiß, dass wir nicht in der Lage sind, unsere Schuld zu begleichen, hat sein kostbares Blut vergossen, um sie an unserer Stelle vollständig zu begleichen (Hebr 9,22).

Gott ist das Opfer, aber er vergab unsere Sünden und bezahlte an unserer Stelle. Der Grund, warum ein so ungewöhnliches System angewendet werden kann, ist, dass Gott unsere Eltern ist. Wer auf Erden würde für Sünder opfern und für ihre Sünden bezahlen? Das können nur Vater und Mutter sein. Eltern geben ihren Kindern bedingungslose Liebe, sogar ihr Leben.

Die himmlischen Eltern haben das Gesetz der Vergebung der Sünden eingeführt, indem sie ihr Leben gaben. Das ist das Passafest des neuen Bundes. Gott sagte, wenn wir das Passa halten, wird er für unsere Sünden bedingungslos bezahlen (Mt 26,26). Ebenso enthält das Passafest das Opfer Gottes, der unsere Sünden auf sich genommen hat, nur weil wir seine Kinder sind.

Viele missverstehen die Beziehung zwischen Gott und uns als Herr und Knecht oder Gläubiger und Schuldnern und denken, dass wir das Heil in Form von Geben und Nehmen erhalten. Wir haben jedoch gesehen, dass Gott sich für uns geopfert hat, bis hin zum Tod. Wenn wir das erkannt haben, können wir nicht sagen, dass uns durch unsere Taten, mit denen wir Gott etwas geben, vergeben wird. Allein die Tatsache, dass Gott sein Blut vergossen hat, um den himmlischen Schuldnern zu vergeben, denen weder vergeben noch Schulden zurückgezahlt werden können, lässt uns erkennen, dass Gott wirklich unser geistlicher Vater und unsere geistliche Mutter ist.

Waren die Sünden, die wir im Himmel begangen haben, so leicht, dass sie uns vergeben werden konnten? Niemals! Sie waren so schwer, dass nur unsere himmlischen Eltern sie abtragen konnten. Um uns für ihre Gnade auch nur ein wenig zu vergelten, sollten wir uns daran beteiligen, alle Menschen zur Vergebung der Sünden zu führen und die Fehler unserer Brüder und Schwestern zu decken, so wie Gott uns unsere Sünden ohne jeden Preis vergeben hat. Lasst uns Himmelsvater und Himmelsmutter ewigen Dank dafür sagen, dass sie unser Recht, himmlische Kinder zu werden, wiederhergestellt und uns das ewige Himmelreich geschenkt haben.