Wenn man dem Unkraut nicht Herr wird

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Zwei Bauern, die von der Stadt aufs Land gezogen waren, betrieben zum ersten Mal Landwirtschaft. 

Im Frühling, als sie die Reissetzlinge pflanzten, schlossen sie eine freundschaftliche Wette ab, wer im Herbst eine größere Ernte einfahren würde.

Im Sommer waren die Reissetzlinge auf beiden Feldern üppig und grün gewachsen. Doch bald spross Unkraut zwischen den Reispflanzen – so viel, dass es schien, als gäbe es mehr Unkraut als Reis.

„Ganz gleich, wie viel ich von diesem Unkraut ausreiße, es wächst immer wieder nach. Wie lange muss ich das denn noch über mich ergehen lassen?“, fluchte der eine Bauer. Voller Ärger und Unmut gab er das Jäten schließlich ganz auf.

Der andere Bauer hingegen zupfte weiterhin Unkraut, wann immer er konnte – nicht, um alles auf einmal zu beseitigen, sondern Stück für Stück, Tag für Tag. Obwohl noch etwas Unkraut übrig blieb, wuchsen seine Reispflanzen gesund und kräftig heran.

Als der Herbst kam, waren die Felder des Bauern, der das Unkrautjäten aufgegeben hatte, von hohem Unkraut überwuchert, und die Reispflanzen trugen nur noch leere Hülsen. Die Felder des anderen Bauern jedoch waren voller goldener Reisähren, die sich schwer unter ihrem eigenen Gewicht bogen.

Der Ausgang der Wette zwischen den beiden Landwirten war schon in den schwülheißen Sommertagen entschieden worden.

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