Ein Traum vom Universum

Jo Mun-gyeong aus Cheongju in Korea

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Der amerikanische Astronom Carl Sagan führte in seinen Schriften den „Kosmischen Kalender“ ein – ein Modell, das die 13,8 Milliarden Jahre umfassende Geschichte des Universums auf ein einziges Jahr komprimiert. Laut diesem Kalender findet der Urknall am 1. Januar um Mitternacht statt, und der gegenwärtige Zeitpunkt fällt auf den letzten Schlag um Mitternacht am 31. Dezember. Dieses Modell bietet eine beeindruckende Perspektive auf die gewaltigen Zeiträume des Kosmos.

Im Kosmischen Kalender entspricht eine Sekunde 475 Erdenjahren; ein Tag umfasst 38 Millionen Jahre und ein Monat etwa 1,1 Milliarden Jahre. Die Erde erscheint Anfang September, und der moderne Mensch tritt erst in den letzten Augenblicken des 31. Dezembers in Erscheinung. Die gesamte menschliche Zivilisation passt in weniger als eine Minute, und die gesamte Geschichte vom Mittelalter bis heute nimmt kaum eine Sekunde ein. Angesichts dieser immensen Dimensionen sind selbst Wissenschaftler zutiefst beeindruckt.

Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Ps 90,3-4

Unsere gewohnten Vorstellungen von Zeit und Raum erscheinen beinahe bedeutungslos, wenn wir sie durch die Linse des Universums betrachten. Und doch haben wir, die wir nur einen flüchtigen Augenblick leben, durch Gottes Gnade die Verheißung der Erlösung und des ewigen Lebens empfangen. Was könnte es für einen größeren Grund zur Dankbarkeit geben? Ich träume von dem Tag, an dem wir frei durch die Weiten des Kosmos reisen werden – und bis dahin werde ich jeden mir geschenkten Tag mit Sinn und Bedeutung erfüllen.

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