Der Trost meiner Tochter

„Mama! Ich habe heute im Test versehentlich eine Frage falsch beantwortet – dabei hätte ich sie gewusst …“
Kaum war meine Tochter zu Hause angekommen, machte sie ihrem Frust Luft.
„Schon gut, meine Liebe. Beim nächsten Mal machst du es einfach besser! Möchtest du heute Abend etwas Besonderes essen? Ich koche es gerne für dich.“
Meine Tochter ist noch jung, doch genau wie alle anderen Kinder hat auch sie ihre eigenen Sorgen und Dinge, die sie belasten – wie eben diese Schultests. Es tut mir leid, dass ich ihr diese Last nicht abnehmen kann. Das Einzige, was ich tun kann, ist, sie mit ermutigenden Worten zu trösten – in der Hoffnung, dass sie lernt, selbst damit umzugehen und gestärkt daraus hervorzugehen.
Ich hielt es immer für meine Pflicht als Mutter, mich um meine Kinder zu kümmern und sie zu trösten, damit sie nicht an Kleinigkeiten zerbrechen. Doch Trost ist keine Einbahnstraße.
Eines Tages saß ich drei Tage und Nächte ununterbrochen vor dem Computer, um ein wichtiges Dokument für die Arbeit fertigzustellen. Nach all der Mühe musste ich es nur noch speichern und per E-Mail verschicken. Doch ausgerechnet da löschte ich versehentlich die gesamte Datei.
„Nein! Oh nein, das darf nicht wahr sein!“
Drei Tage harter Arbeit – einfach weg, von einer Sekunde auf die andere! Ich war so frustriert und wütend, dass mir die Tränen kamen. Obwohl ich wusste, dass es zu spät war, starrte ich wie gelähmt auf den Bildschirm und konnte die Maus nicht loslassen. In diesem Moment kam meine Tochter zu mir.
„Mama, was ist denn los?“
„Ich habe versehentlich die ganze Datei gelöscht, an der ich drei Tage lang gearbeitet habe. Was soll ich denn jetzt bloß tun?“
Meine Tochter, die mitangesehen hatte, wie sehr ich mich bemüht hatte, fühlte aufrichtig mit mir. Sie klopfte mir sanft auf die Schulter und sagte:
„Mama, sei nicht traurig. Jeder macht doch mal Fehler, weißt du? Trink erst mal einen Kaffee und ruh dich ein bisschen aus, dann geht es dir bestimmt gleich besser. Ich mache dir einen!“
Erstaunlicherweise fand ich durch ihre Worte sofort meine Ruhe wieder. Ich hatte sie immer nur als kleines Kind gesehen, das auf die Fürsorge seiner Eltern angewiesen ist – doch sie verstand genau, wie ich mich fühlte. Ich war unglaublich stolz auf sie.
„Danke, Da-hyeon. Ich werde es noch einmal versuchen.“
Nachdem ich den Kaffee getrunken hatte, den sie mir gebracht hatte, fasste ich neuen Mut und machte mich wieder an die Arbeit. Dank ihres Trostes wurde ich sogar viel schneller fertig als gedacht.
Diese Erfahrung half mir, das Herz unserer himmlischen Eltern besser zu verstehen. Der Trost der Kinder des Himmelreichs ist für unsere geistlichen Eltern wohl die beste Medizin.
In unserem Glaubensleben begegnen wir immer wieder Schwierigkeiten und Prüfungen. Wir können sie überwinden, weil unsere himmlischen Eltern uns durch ihre unaufhörlichen Gebete Trost und Kraft schenken. Doch bisher habe ich ihnen diese Liebe kaum erwidert. Von nun an möchte ich als reifes geistliches Kind die Herzen von Elohim verstehen und ihnen Trost spenden:
„Gottvater und Gottmutter, seid nicht traurig. Ich werde mich auf die Suche nach den verlorenen Brüdern und Schwestern machen und sie in eure Arme zurückbringen!“