Glaube und Leben

Dies hilft Gläubigen, die hoffen, der Duft Christi zu werden, ein rechtes Glaubensleben zu führen.

Lake-Wobegon-Effekt

Die Bewohner von Lake Wobegon gelten als nahezu perfekt: Alle Männer sind durchweg gutaussehend, die Frauen stark und die Kinder überdurchschnittlich klug. Diese Stadt, in der jeder mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein glaubt, besser als der Durchschnitt zu sein, ist jedoch rein fiktiv – sie stammt aus den Geschichten eines bekannten Satirikers. Der Psychologe Thomas Gilovich benannte nach dieser Stadt den sogenannten „Lake-Wobegon-Effekt“, der die menschliche Neigung zur Selbstüberschätzung beschreibt. Wissenschaftliche Studien, die diesen psychologischen Fehlschluss belegen, muss man eigentlich gar nicht erst anführen; schließlich möchte sich niemand selbst unterschätzen. Jeder von uns glaubt gerne: „Ich bin ein netter Mensch“, „Ich mache meine Sache gut genug“, „Wenn ich es anpacke, wird es besser“ oder „Ich bin geschickter als er“. Tatsächlich ist es…

Was mein Herz einnimmt

Es gibt eine Geschichte über einen Händler, der in einer bitterkalten Nacht mit einem Kamel durch die Wüste reiste und am Ende im Freien übernachten musste. Als es immer kälter wurde, bat ihn das Tier inständig, nur seine Nase in das wärmende Zelt stecken zu dürfen. Der Händler hatte Mitleid und erlaubte es ihm. Doch kaum war die Nase im Zelt, schob das Kamel nach und nach seinen Kopf, die Vorderbeine, den Rumpf und schließlich die Hinterbeine hinterher. Am Ende hatte das Tier das gesamte Zelt besetzt – und für den Händler blieb nur die eisige Nacht. Diese Geschichte ist ein Sinnbild dafür, wie selbst ein kleines Unrecht, das man mit dem Gedanken „Es ist doch nur eine Kleinigkeit“ duldet,…

Für einen einzigen Tropfen Wasser

Die Namib-Wüste grenzt an die Südwestküste des afrikanischen Kontinents. In der Sprache der Nama bedeutet ihr Name wörtlich so viel wie „Ort des Nichts“. Doch selbst in dieser scheinbaren Leere pulsiert das Leben – man muss nur genau hinschauen. Die dort beheimateten Nebeltrinker-Käfer erklimmen an nebligen Tagen die steilen Sanddünen. Für ein gerade einmal zwei Zentimeter langes Insekt gleicht jede Düne einem gigantischen Berg. Da diese Überlebenskünstler den Gipfel jedoch erreichen müssen, bevor die Morgensonne aufgeht und den Nebel vertreibt, klettern sie unermüdlich voran. Oben angekommen, bietet sich ein überraschendes Schauspiel: Der Käfer macht einen Kopfstand. Mit dem Gesicht zum Wind gerichtet streckt er seinen Körper empor und verharrt völlig regungslos in der Richtung, aus der die Nebelschwaden heranziehen. So…

Das Gehirn sieht, was es sehen will

Dies ist eine wahre Geschichte aus der britischen Verlagsbranche, die in einer Radiosendung erzählt wurde: Ein renommierter Universitätsverlag im Vereinigten Königreich bereitete die Veröffentlichung einer Reihe klassischer Literatur vor. Die Bücher sollten absolut makellos und frei von jeglichen Tippfehlern sein. Um diese Perfektion zu garantieren, wurden mehrere professionelle Korrekturleser engagiert. Nachdem die Experten ihre Arbeit beendet hatten, ging der Verlag noch einen Schritt weiter: Die Druckerei stellte die fertigen Seiten für zwei Wochen in einem Flur auf dem Campus aus. Man lobte sogar eine Belohnung für jeden aus, dem noch ein Fehler auffallen würde. Professoren und Studierende suchten eifrig – doch niemand fand etwas. Die Bücher gingen genauso in den Druck. Erst nach der Veröffentlichung fiel der peinliche Fehler auf:…

Kluge Überredung

Richard Feynman, ein genialer Wissenschaftler, der neben Einstein als einer der größten Physiker des 20. Jahrhunderts gilt, war auch für seine exzentrische Persönlichkeit bekannt. 1965 wurde er für seine bahnbrechende Arbeit zur Neudefinition der Quantenmechanik mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Er war kurz davor, den Preis abzulehnen – und das nur, weil ihm die Reise nach Schweden zu beschwerlich und lästig erschien. Seine Frau Gweneth, die seine Sturheit nur zu gut kannte, hatte eine clevere Idee, um ihn umzustimmen. „Schatz, wer würde schon so eine prestigeträchtige Auszeichnung ausschlagen, nur weil die Reise dorthin umständlich ist?“ „Aber wenn ich fahre, muss ich so viele Leute treffen, Interviews geben ... Allein der Gedanke daran strengt mich schon an. Ich würde diese…

Überzeugung und Realität

1973 führten die Professoren John Darley und Daniel Batson von der Princeton-Universität in den USA ein berühmtes Experiment mit Theologiestudenten durch. Die angehenden Geistlichen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine sollte eine Predigt über den barmherzigen Samariter vorbereiten – also über das Paradebeispiel für Nächstenliebe. Die andere Gruppe befasste sich mit einem neutralen Thema. Nach der Vorbereitung wurden die Studenten einzeln zur Kapelle geschickt. Der Clou: Den Teilnehmern wurde unterschiedlich viel Zeit für den Weg gegeben. Entlang der Strecke platzierten die Forscher einen Schauspieler, der sichtlich in Not war, hustete und am Boden lag. Die Hypothese der Forscher: Wer sich gerade intensiv mit der Pflicht zur Nächstenliebe auseinandergesetzt hat, hilft eher. Doch das Ergebnis war verblüffend. Das Predigtthema spielte…

Das Herz eines Vaters

Das ältere Kind sprach mit dem jüngeren, das etwas falsch gemacht hatte. „Du musst das Richtige tun. Andernfalls wird Papa dich nicht lieben.“ Als ihr Vater das hörte, rief er beide Söhne zu sich, streichelte ihnen voller Zärtlichkeit und Sanftmut den Kopf und sagte mit einem herzlichen Lächeln im Gesicht: „Mein Kind, das stimmt so nicht ganz.“ „Aber wenn wir etwas Schlechtes und Unartiges tun, dann hast du uns nicht mehr lieb, oder?“, fragte ihn sein älteres Kind mit einem verwirrten Blick. Er nahm seine Kinder sachte in die Arme und gab folgende Antwort: „Doch, auf alle Fälle! Ganz unabhängig davon, ob ihr das Richtige oder das Falsche tut, werde ich euch immer lieben. Aber mit einem Unterschied: Wenn ihr…

Verbesserung des Erbodens

Wenn wir an den Herbst denken, kommt uns natürlich sofort die Ernte in den Sinn – das Einbringen von Feldfrüchten wie Reis oder Gerste. Doch im Herbst fahren Landwirte nicht nur den Ertrag ihrer Arbeit ein. Sie bereiten die Felder auch schon auf die nächste Anbausaison vor, indem sie den Boden pflügen und seine physikalischen, chemischen sowie biologischen Eigenschaften optimieren. Diesen Prozess nennt man Herbstpflügen oder Bodenbearbeitung. Durch das Pflügen im Herbst werden Schädlinge und Krankheitserreger in den Erdschollen bekämpft und Unkraut beseitigt. Gleichzeitig fördert das Einarbeiten von Kompost, Mist oder Mulch nützliche Mikroorganismen und reichert den Boden mit organischen Substanzen an. Das steigert die Bodenfruchtbarkeit und sichert eine ertragreiche Ernte im Folgejahr. Ein vorausschauender Landwirt gibt sich also nicht…

Sieben Gefangennahmen und sieben Freilassungen (七縱七擒)

Wer etwas erreichen will, muss sich in Geduld üben. Die meisten Erfolge, die ohne Geduld erzielt werden, sind wie Sandburgen, die schnell zerbröckeln. Dies ist die Geschichte des Staatsmannes zur Zeit der Drei Reiche, Zhuge Liang, der einen Aufstand niederschlagen musste, um die innere Ordnung wiederherzustellen. Mit allerlei Strategien besiegte Zhuge Liang den Feind mühelos und nahm den feindlichen Befehlshaber Meng Huo gefangen. Nach Meng Huos Gefangennahme entschied Zhuge Liang, dass dessen Tötung – zumal dieser das uneingeschränkte Vertrauen der Barbaren genoss – nicht der beste Weg wäre und der Stabilität des Staates nicht dienen würde. Daher beschloss er, Meng Huos Herz zu gewinnen beziehungsweise dessen Geist zu brechen und seine Loyalität zu erlangen. So ließ ihn der geniale Shu-Stratege…

Immunität im Leben

Kinder neigen dazu, häufiger als Erwachsene zu erkranken. Das liegt daran, dass Erwachsene über ein stärkeres Immunsystem verfügen, weil sie auf ihrem Lebensweg zum Erwachsenwerden bereits viele Krankheiten bekämpft und überstanden haben. Dasselbe Prinzip gilt für das Leben selbst. Manche Menschen brechen hilflos in sich zusammen, wenn sie mit Prüfungen, Anfechtungen und scheinbar unüberwindbaren Verhältnissen konfrontiert werden, während andere, ganz gleich, welchen schweren Herausforderungen sie auch ausgesetzt sein mögen, unerschütterlich bleiben. Diejenigen, die noch nie Schwierigkeiten erlebt haben oder in der bloßen Annahme eines Scheiterns gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn sie ihnen begegnen, haben oft eine schwache „Lebensimmunität“ und kommen im Alltag mit Müh und Not voran. Im Gegensatz dazu entwickeln diejenigen, die viele Härten und Strapazen durchgestanden…

Der berühmte Gärtner

Ein unerfahrener Gärtner besuchte einst das Haus eines berühmten Gärtners und war von der Schönheit, die ihn umgab, überwältigt. Die Bäume, Blumen und der frische, grüne Rasen fügten sich perfekt in das Haus ein und schufen eine Szene von Harmonie und Anmut. Lernbegierig stellte der Anfänger mehrere Fragen: „Um ein guter Gärtner zu werden, möchte ich ein paar Dinge wissen. Aus welchen Regionen haben Sie all Ihre Bäume und Blumen mitgebracht? Welche Materialien haben Sie für den Zaun und die Hecken verwendet? Und sicherlich muss es teuer sein, eine solche Perfektion aufrechtzuerhalten – wie viel kostet es übrigens, diesen Ort so schön zu gestalten und zu pflegen?“ Der Gärtner hörte ihm aufmerksam zu und antwortete dann: „Ich glaube nicht, dass…

Ein wirklich guteherziger Mensch

Im Berufsleben gibt es Menschen, die von anderen mit den Worten „Sie sind wirklich ein guter Mensch“ beschrieben werden. Solche Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich aufrichtig und gewissenhaft um jene von anderen nicht beachteten, belanglosen Aufgaben kümmern, die diese wegen ihrer offensichtlichen Unzuständigkeit als unwichtig abtun. Sie leeren stillschweigend die Mülleimer für Kollegen, wischen den Schreibtisch eines anderen ab, reichen einem müden Kollegen ohne Aufforderung eine Tasse Kaffee oder legen beim Mittagessen in der Kantine das Besteck bereit. Solche intrinsisch freundlichen Gesten, die man unauffällig, im Verborgenen und ohne Wenn und Aber vollbringt, sowie die kleinen Aufmerksamkeiten gegenüber anderen Arbeitskollegen sprechen sich oft schnell herum – man erkennt diese Menschen als wirklich gutherzig und anständig an. Und wenn einer…

Die unsichtbare Liebe meines Vaters

In meiner Kindheit liebte ich es sehr, mit meinem Vater Zeit zu verbringen. Ich genoss die Momente, in denen er mich auf einem Gummireifen durch das Wasser im Tal hin und her schob. Besonders der Ritt auf seinen Schultern und der Nervenkitzel des „Flugzeugs“ auf seinen auf- und abschwingenden Füßen sind mir unvergessen geblieben. Mit der Pubertät änderte sich alles auf einmal. Die Aufmerksamkeit und das Interesse meines Vaters empfand ich plötzlich als lästig, störend und nicht selten als Einmischung in meine Privatsphäre. Da wir oft unterschiedlicher Meinungen waren, nahm die Kommunikation mit meinem Vater allmählich ab, und ich entfernte mich emotional von ihm. Als ich im Erwachsenenalter in eine andere Stadt zog, hatten wir kaum noch Kontakte zueinander. Vielleicht…

Park Yeseul aus Pohang in Korea

Warum wir „Ich liebe dich“ sagen

Während ich mich auf den Unterricht vorbereitete, kam ein Schüler zu mir und fragte mich: „Frau Shim, warum sagen Sie, dass Sie mich lieben?“ „Hmm, nun ja ...“ Ich überlegte noch, welche Worte wohl am besten passen würden, als er sich die Antwort selbst gab: „Weil Sie mich lieben, nicht wahr?“ In dem Moment, als ich diese Worte vernahm, spürte ich sofort, dass dies die einzig richtige Antwort war – viel klarer als alles, was mir durch den Kopf gegangen war. Man braucht keinen tiefgründigen Grund, um jemandem zu sagen, dass man ihn liebt. Ich sollte meinen Familienangehörigen – sowohl den leiblichen als auch den geistlichen – öfter sagen, dass ich sie liebe. Ganz einfach, weil es so ist. Nicht mehr und…

Shim Hyun-ji aus Guri in Korea

Die Worte „Es tut mir leid“

Wenn Sie einen Fehler machen, es aber unterlassen, sich bei Ihrem Gesprächspartner zu entschuldigen, erhält er drei unausgesprochene Botschaften übermittelt: Schuldzuweisung: „Das Problem liegt bei Ihnen.“ Respektlosigkeit: „Ich respektiere Sie nicht.“ Gleichgültigkeit: „Unsere Beziehung ist mir nicht wichtig.“ Sagen Sie ihm hingegen „Es tut mir leid“, wird er von einem ganz anderen Gefühl durchdrungen sein: Verantwortung: „Es ist in der Tat mein Fehler.“ Wertschätzung: „Ich habe großen Respekt vor Ihnen.“ Verbundenheit: „Ich lege großen Wert auf unsere Beziehung.“

Notenwender

Eines Tages sah ich mir ein klassisches Live-Konzert im Fernsehen an. Während des Klavierkonzerts achtete ich besonders auf den Notenwender, der neben der Pianistin die Seiten umblätterte. Unauffällig in neutralen Farben gekleidet, saß er neben der Künstlerin, die ein wunderschönes Kleid trug. Er saß während des Konzerts vom Publikum abgewandt, blätterte die Notenblätter gemäß dem Ablauf der gespielten Musik rechtzeitig und rasch um und zog sich unauffällig im Hintergrund zurück. Als das Konzert zu Ende war und das Publikum in stürmischen Applaus und Jubel ausbrach, hielt er sich dezent zurück, um sicherzustellen, dass die Pianistin den vollen Beifall erhielt. Tatsächlich ist die Rolle eines Notenwenders oft unbemerkt. Doch für einen Pianisten, der sein Können vollends entfaltet, ist er unverzichtbar und…

Cho Seong-ye aus Yangsan in Korea

Das Vermächtnis einer Mutter

„Mein lieber Sohn! Dieses Buch ist die Bibel, die ich von meinen eigenen Eltern geerbt habe. Ich habe sie schon oft gelesen, und sie ist zwar mittlerweile abgenutzt, aber der größte Schatz in unserer Familie. Ich glaube, es ist viel besser, dir dieses eine Buch zu geben, als dir hundert Morgen Land zu hinterlassen. Wenn du dieses Buch liest und nach dem Wort Gottes lebst, das darin geschrieben steht, wäre ich glücklicher, als wenn du der Besitzer von einer Million Acres Land würdest.“ Dies waren die Worte, die die Mutter von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, zu ihrem erst dreizehnjährigen Sohn Lincoln sprach, bevor sie an einer Infektionskrankheit starb. Ihre letzten Worte schlugen tiefe Wurzeln im Herzen des jungen…

Ich bin glücklich, im Chor mitzusingen

Ich habe es schon immer geliebt, Musik zu hören. Besonders bevorzugte ich rhythmisch schwungvolle Lieder oder Gitarrenstücke mit feinen Melodien, die das Herz und die Seele berühren. Nach dem Bekenntnis zur Wahrheit des Glaubens lernte ich zum ersten Mal die Neuen Lieder in der Gemeinde Gottes kennen. Noch nie zuvor hatte ich irgendwo solche wunderschönen Melodien mit diesen Versen gehört.  Selbst in der Anfangszeit meines mühsam eingeschlagenen Glaubensweges, als es mir noch an tiefem Vertrauen in die Lehren der Gemeinde Gottes mangelte, fühlten sich die Neuen Lieder herrlich und überwältigend an. Vielleicht lag es daran, dass sie die im Diesseits nicht existente Ewigkeit, das ewige Dasein Gottes, die zeitlose Liebe und das Himmelreich bis in alle Ewigkeit in Klängen und Versen…

Kim Min-jeong aus Changwon in Korea

Das eine Wort, das der Kunde unbedingt hören wollte

Ein Kunde stürmte einmal – extrem wütend und außer sich vor Ärger – in die Zentrale eines Knabbergebäck-Herstellers und beschwerte sich lautstark: „In dieser Snacktüte war ein Fremdkörper! Ich habe mehrere Stücke davon gegessen, ohne es zu merken. Was gedenken Sie jetzt dagegen zu tun?“ Einer der Mitarbeiter ging sofort auf den aufgebrachten Kunden zu und entschuldigte sich in aller Form: „Es tut uns furchtbar leid. Wie könnten wir Sie dafür bloß entschädigen?“ Aber die brodelnde Wut des Kunden ließ nicht im Geringsten nach. Weitere Angestellte eilten herbei, baten fast auf Knien um Verzeihung und versuchten, den Vorfall zu erklären – doch nichts schien ihn zu beruhigen. Schließlich trat der Vorsitzende des Unternehmens, der die Situation bis dahin schweigend beobachtet hatte, auf…

Wahrer Reichtum

Einst besuchte ein Mann das Haus eines armen Freundes. Das alte Haus war zugig, und selbst die sanfte Frühlingsbrise fühlte sich drinnen kalt an. Im kleinen Kühlschrank war nur noch ein wenig Milch. Um seinen Gast zu bewirten, wärmte der mittellose Freund die Milch und bot sie ihm an.  Da klopfte es an der Tür. „Ich bin so hungrig! Könnten Sie mir etwas zu essen abgeben?“ Ohne die Tür zu öffnen, schrie ihn der Gast an: „Was wollen Sie denn schon aus diesem Haus herausholen? Kommen Sie nie wieder zu meinem Freund, der arm wie eine Kirchenmaus ist!“ Doch der Gastgeber stand schnell auf, öffnete die Tür sperrangelweit und reichte dem Bettler die Milch, die er selbst gerade trinken wollte.…

Wahrer Reichtum

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